1769-AENTR vs. 1769-ADN: Warum 100 Mbit/s EtherNet/IP einen Leistungssprung von 94 % ermöglicht
Ingenieure in der industriellen Steuerungstechnik sind ständig auf der Suche nach höherem Datendurchsatz und ausfallsichereren Netzwerkarchitekturen. Dieser technische Vergleich stellt den modernen 1769-AENTR-EtherNet/IP-Adapter dem älteren 1769-ADN-DeviceNet-Modul gegenüber. Die Ergebnisse zeigen eine Geschwindigkeitssteigerung von 94 % sowie deutliche Verbesserungen bei Systemzuverlässigkeit und Skalierbarkeit.
Der ältere DeviceNet-Adapter: Einschränkungen des 1769-ADN
Begrenzte Bandbreite und veraltetes Protokoll
Der 1769-ADN-Adapter stellte ein Gateway zwischen CompactLogix- und MicroLogix-1500-Systemen sowie DeviceNet-Netzwerken bereit. Seine maximale Kommunikationsgeschwindigkeit lag jedoch nur bei 500 kbit/s. Dieser Engpass begrenzte die Unterstützung großer I/O-Anzahlen erheblich und verlängerte die Systemreaktionszeiten. Der Adapter verwendet das ältere DeviceNet-Protokoll, das die Datenraten grundsätzlich auf 125, 250 oder 500 kbit/s beschränkt. Viele neue Anlagen betrachten DeviceNet inzwischen als veraltete Technologie.
Die moderne Alternative: 1769-AENTR EtherNet/IP-Adapter
Hochgeschwindigkeitskonnektivität mit Ethernet mit zwei Ports
Rockwell Automation hat den 1769-AENTR als leistungsstarken EtherNet/IP-Adapter entwickelt. Er verfügt über zwei Ethernet-Ports zur Unterstützung von Device-Level-Ring-(DLR-)Topologien. Das Gerät arbeitet mit Vollduplex-100-Mbit/s-Ethernet, dem Standard moderner industrieller Netzwerke. Außerdem unterstützt es eine beeindruckende I/O-Paketübertragungsrate von bis zu 10.000 Paketen pro Sekunde. Zusätzlich unterstützt der Adapter 128 Logix-Verbindungen und 96 TCP/IP-Verbindungen. Daher eignet er sich für komplexe, datenintensive Anwendungen wie Verpackungslinien und Roboterzellen. Wichtig ist, dass der Adapter mit vorhandenen 1769-I/O-Modulen funktioniert und dadurch reibungslose Systemaktualisierungen ermöglicht.

Quantifizierung des Geschwindigkeitsvorteils
94 % mehr Datendurchsatz
Beim Vergleich der reinen Geschwindigkeit sprechen die Zahlen eine klare Sprache. Der ältere 1769-ADN erreicht maximal 500 kbit/s. Im Gegensatz dazu arbeitet der 1769-AENTR mit 100 Mbit/s. Dadurch erzielen Ingenieure eine Geschwindigkeitssteigerung von 94 %. Dieser Sprung führt zu einem Datendurchsatz, der 200-mal höher ist als bei der vorherigen Generation. Folglich bewältigt die Paketübertragungsrate von 10.000 Paketen pro Sekunde problemlos die Anforderungen von Hochgeschwindigkeits-I/O. Darüber hinaus verringert der höhere Durchsatz die Netzwerklatenz erheblich. Für Steuerungsingenieure bedeutet dies eine reaktionsschnellere und präzisere Maschinensteuerung, insbesondere bei bewegungsintensiven Anwendungen.
Architektonische Ausfallsicherheit: DLR und Netzwerktopologien
Erhöhte Fehlertoleranz mit Device-Level-Ring
Über die reine Geschwindigkeit hinaus bietet der 1769-AENTR erhebliche Vorteile für die Netzwerkarchitektur. Seine zwei Ethernet-Ports sind speziell für DLR-Topologien ausgelegt. Diese Konfiguration ermöglicht ein ausfallsicheres Netzwerk mit Wiederherstellungszeiten von unter 100 ms, falls ein Kabel ausfällt. Im Vergleich dazu setzt der 1769-ADN auf eine langsamere und weniger fehlertolerante DeviceNet-Topologie in Form einer Daisy Chain oder einer Trunk-Leitung. Daher verbessert der AENTR die Anlagenverfügbarkeit und Zuverlässigkeit – entscheidend für Prozesse, bei denen Ausfallzeiten kostspielig sind. Der Adapter unterstützt außerdem lineare und sternförmige Topologien und bietet Anlagenplanern flexible Möglichkeiten für die Systemgestaltung.
Auswirkungen auf Systemarchitektur und Datenverwaltung
Vereinfachte Architekturen mit höherer Verbindungsanzahl
Die Leistungssteigerungen verbessern unmittelbar die gesamte Systemarchitektur und Datenverarbeitung. Der 1769-AENTR unterstützt 96 TCP/IP-Verbindungen und ermöglicht es dadurch einem einzelnen Adapter, mehr Geräte zu verwalten. Dies reduziert den Bedarf an mehreren Steuerungsplattformen und vereinfacht die Gesamtarchitektur. Darüber hinaus ermöglicht er eine nahtlose Überbrückung, sodass Datensteuerung und Datenerfassung über dasselbe Ethernet-Netzwerk erfolgen können. Dies steht in starkem Gegensatz zur begrenzten Bandbreite und Verbindungsanzahl des DeviceNet-Adapters. Zusätzlich unterstützt der AENTR integrierte Bewegungssteuerung über EtherNet/IP – eine Funktion, die der 1769-ADN schlicht nicht bieten kann. Dadurch können Ingenieure eine koordinierte Bewegungssteuerung ohne zusätzliche Hardware implementieren.
Praktische Migration: Vorhandene E/A-Investitionen weiterverwenden
Kostengünstige Upgrades ohne Neuverkabelung
Ein wesentlicher Vorteil des Upgrades auf den 1769-AENTR besteht in der Möglichkeit, vorhandene 1769-E/A-Module weiterzuverwenden. Der Adapter erleichtert die Migration von Steuerungen und erhält gleichzeitig die bestehende E/A-Infrastruktur. Dieser Ansatz bietet einen kostengünstigen Weg zur Modernisierung, ohne alle Feldgeräte austauschen zu müssen. Folglich können Sie Ihr Steuerungssystem modernisieren, indem Sie lediglich den Kommunikationsadapter austauschen. Diese Strategie minimiert Ausfallzeiten und Investitionskosten. Nach unserer Erfahrung verzeichnen Anlagen eine deutliche Leistungssteigerung zu einem Bruchteil der Kosten einer vollständigen Systemüberholung.
Perspektive des Autors zu Technologietrends
Warum EtherNet/IP die moderne Fabrikautomation dominiert
Aus meiner Sicht ist der Wechsel von DeviceNet zu EtherNet/IP nicht nur eine Geschwindigkeitssteigerung, sondern ein strategischer Schritt hin zu einer einheitlichen industriellen Vernetzung. EtherNet/IP nutzt standardmäßige handelsübliche Ethernet-Komponenten (COTS) und reduziert dadurch sowohl die Kosten als auch den Schulungsaufwand. Darüber hinaus macht die Integration von DLR und CIP Sync das System zur überlegenen Wahl für Hochleistungsautomation. Für Systemintegratoren vereinfacht dieser Übergang die Netzwerkplanung und Fehlerbehebung. Daher ist der 1769-AENTR bei der Planung neuer Steuerungssysteme oder der Modernisierung bestehender Anlagen heute der maßgebliche Standard für eine zuverlässige Hochgeschwindigkeitskommunikation von E/A-Daten.

Anwendungsszenario: Modernisierung einer Verpackungslinie
Fallstudie: Upgrade einer Hochgeschwindigkeits-Abfüllmaschine
Fallstudie: Modernisierung einer Hochgeschwindigkeits-Abfüllmaschine in einer Getränkeabfüllanlage mit einem 1769-ADN. Das DeviceNet-Netzwerk konnte mit der schnellen Betätigung der Ventile und den Sensordaten nicht Schritt halten. Durch den Wechsel zu einem 1769-AENTR erzielte die Anlage eine Geschwindigkeitssteigerung von 94 %. Dadurch wurden kürzere Zykluszeiten und präzisere Füllstände ermöglicht. Die vorhandenen 1769-I/O-Module wurden weiterverwendet, und der DLR-Ring sorgte für Fehlertoleranz und verhinderte Produktionsstillstände. Das Upgrade wurde während eines Wochenendstillstands abgeschlossen, und die Anlage verzeichnete sofort eine Steigerung des Produktionsdurchsatzes um 15 %.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
1. Kann ich einen 1769-ADN direkt durch einen 1769-AENTR ersetzen?
Ja, Sie können die Adapter im selben 1769-I/O-Bank austauschen, müssen Ihr SPS-Programm jedoch von DeviceNet- auf EtherNet/IP-Kommunikation umkonfigurieren.
2. Unterstützt der 1769-AENTR eine integrierte Bewegungssteuerung?
Ja, der 1769-AENTR unterstützt integrierte Bewegungssteuerung über EtherNet/IP und ermöglicht eine koordinierte Servosteuerung ohne zusätzliche Bewegungsmodule.
3. Wie viele I/O-Module werden vom 1769-AENTR maximal unterstützt?
Der 1769-AENTR unterstützt je nach Stromversorgung und Systemkonfiguration bis zu 1769 Compact-I/O-Module, insgesamt jedoch höchstens 30 Module.
4. Wie verbessert DLR die Netzwerkzuverlässigkeit des 1769-AENTR?
DLR ermöglicht eine Ringtopologie, die Daten automatisch umleitet, wenn ein Kabel oder Switch ausfällt. Dadurch werden Netzwerkredundanz und schnelle Wiederherstellungszeiten gewährleistet.
5. Ist ein Firmware-Update erforderlich, damit der 1769-AENTR mit älteren CompactLogix-Controllern funktioniert?
Ja, möglicherweise müssen Sie die Firmware Ihres CompactLogix-Controllers auf eine Version aktualisieren, die den 1769-AENTR und EtherNet/IP-Funktionen unterstützt.
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