Pakistans Weg zur industriellen Wiederbelebung: Endlich eine nationale Politik?
Nach Jahrzehnten der Verzögerungen steht Pakistan kurz vor der Einführung einer Nationalen Industriepolitik für 2025–26, nach Freigabe durch den IWF. Das lange Fehlen einer kohärenten Industriestrategie hat Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit erstickt. Ihre zügige Umsetzung ist jetzt entscheidend für die wirtschaftliche Wiederbelebung.
Zwei Jahrzehnte der politischen Lähmung
Der Industriesektor Pakistans operiert seit den späten 1990er Jahren ohne nationalen Rahmen. Mehrere Entwürfe von Politiken wurden erstellt, aber nie umgesetzt. Als Reaktion führte die Regierung begrenzte sektorspezifische Pläne ein. Diese konnten jedoch keine breit angelegte industrielle Expansion in der gesamten Wirtschaft bewirken.
Die Kosten des Nichtstuns: Rückläufige Industrieproduktion
Das Fehlen einer strategischen Politik hat klare Folgen. Der Anteil der Industrie am BIP sank von 26 % im Jahr 1996 auf heute etwa 18 %. Die großindustrielle Fertigung (LSM), ein wichtiger Wirtschaftsmotor, hat wiederholt Wachstumsziele verfehlt. Hohe Produktionskosten, veraltete Technologie und Energieengpässe behindern weiterhin Schlüsselbranchen wie Textilien, Automobil und Stahl.

Ein Einblick in den vorgeschlagenen Politikrahmen
Die bevorstehende Politik skizziert eine 10-Jahres-Roadmap mit Überprüfungen alle 18 Monate. Sie zielt auf ein jährliches Fertigungswachstum von 8 % und 60 Milliarden US-Dollar Exporten bis 2030 ab. Vorgeschlagene Maßnahmen umfassen die Förderung von KMU-Krediten, die Wiederbelebung nicht betriebsbereiter Einheiten, die Verabschiedung von Investitionsschutzgesetzen und die Senkung der Körperschaftssteuer über drei Jahre.
Anhaltende Herausforderungen für die Wettbewerbsfähigkeit
Erhebliche strukturelle Hürden bleiben bestehen. Dazu gehören regulatorische Inkonsistenzen, schwache Innovation, hohe Kreditkosten und geringe ausländische Direktinvestitionen (FDI). Zudem bleibt das Exportwachstum marginal. Ohne die Behebung dieser Grundlagen kann selbst eine gut gestaltete Politik scheitern.
Lernen von globalen Modellen
Vergleiche mit anderen aufstrebenden Volkswirtschaften sind aufschlussreich. Länder wie Indien, Vietnam und Malaysia verbinden strategische Planung mit klaren Anreizen, die an Produktion und Export gekoppelt sind. Sie konzentrieren sich auf den Aufbau spezialisierter Fertigungskluster und die Förderung heimischer Technologie. Der pakistanische Politikentwurf hingegen wirkt weniger ambitioniert und fehlt es an spezifischen Mechanismen zur technologischen Modernisierung.
Die kritischen Lücken: Abstimmung und Zukunftsfähigkeit
Zwei Hauptanliegen sind die Koordination auf Provinzebene und zukünftige Trends. Punjab und KP haben bereits ihre eigenen Industriepolitiken. Eine nationale-provinzielle Abstimmung ist unerlässlich, um Fragmentierung zu vermeiden. Darüber hinaus schenkt der Entwurf der Politik nur begrenzte Aufmerksamkeit zukunftsorientierten Sektoren wie grüner Technologie, digitaler Fertigung und erneuerbarer, energiegetriebener Industrie – Bereiche, die für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit entscheidend sind.
Die Notwendigkeit von Umsetzung und Koordination
Der Erfolg der Politik hängt vollständig von der Umsetzung ab. Sie erfordert starke institutionelle Kapazitäten, nahtlose Koordination zwischen Behörden und Engagement über politische Zyklen hinweg. Transparente Überwachung und ein vorhersehbares Umfeld für Investoren sind unverzichtbar, um Vertrauen wieder aufzubauen.
Perspektive des Autors: Ein notwendiger, aber unzureichender Schritt
Obwohl die Politik ein willkommener und überfälliger Absichtserklärung ist, könnte ihre derzeitige Form nicht transformativ sein. Eine echte industrielle Wiederbelebung erfordert mehr als fiskalische Anreize; sie braucht einen grundlegenden Wandel in der staatlichen Unterstützung der Industrie. Dazu gehört die Priorisierung der Exportwettbewerbsfähigkeit, die Nutzung von Industrie 4.0-Technologien und die strikte Verknüpfung von Anreizen mit Leistungskennzahlen wie der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Importsubstitution. Die Politik muss ein lebendiges Dokument sein, das dynamisch basierend auf realen Ergebnissen angepasst wird.

Szenario: Wiederbelebung des Textilsektors
Betrachten Sie Pakistans Textilindustrie, einen wichtigen Exporteur, der mit hohen Energiekosten und veralteten Maschinen kämpft. Eine gezielte politische Intervention könnte bedingte Subventionen für die Aufrüstung auf energieeffiziente Webstühle und Färbereien bieten, gekoppelt mit garantierten Stromtarifen für exportorientierte Einheiten. Gleichzeitig könnten sektorspezifische Kompetenzakademien eingerichtet und Exporterstattungen vereinfacht werden, um Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und so Marktanteile weltweit zurückzugewinnen.
FAQ: Pakistans Nationale Industriepolitik
F: Warum hat die Entwicklung einer nationalen Industriepolitik so lange gedauert?
A> Die Entwicklung der Politik verzögerte sich aufgrund bürokratischer Trägheit, wechselnder politischer Prioritäten und der Komplexität, bundesstaatliche und provinziellen Interessen über Jahrzehnte hinweg in Einklang zu bringen.
F: Was sind die Hauptziele der neuen Politik?
A> Die Hauptziele sind ein jährliches Wachstum von 8 % im verarbeitenden Gewerbe und die Steigerung der Exporte auf 60 Milliarden US-Dollar bis 2030, neben der Wiederbelebung kranker Industrieeinheiten und der Verbesserung des Investitionsklimas.
F: Wie wird diese Politik helfen, ausländische Investitionen anzuziehen?
A> Vorgeschlagene Maßnahmen wie Rechtsreformen zum Schutz von Investoren, schrittweise Steuersenkungen und klarere Vorschriften zielen darauf ab, ein vorhersehbareres und attraktiveres Umfeld für ausländische Direktinvestitionen (FDI) zu schaffen.
F: Wird die Politik die hohen Energiekosten für die Industrie ansprechen?
A> Während der politische Rahmen teure Energie als kritische Einschränkung anerkennt, werden spezifische, umsetzbare Pläne zur Bereitstellung wettbewerbsfähiger und zuverlässiger Energie für die Industrie entscheidend für den Erfolg sein.
F: Wie steht diese Politik im Zusammenhang mit den industriellen Strategien der Provinzen?
A> Dies ist eine zentrale Herausforderung bei der Umsetzung. Die nationale Politik muss mit den bestehenden Provinzplänen (z. B. in Punjab und KP) harmonisiert werden, um einen einheitlichen, effizienten Ansatz zu gewährleisten und widersprüchliche Vorschriften zu vermeiden.
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