Branchenführer schließen sich zusammen, um die Einführung der Asset Administration Shell zu beschleunigen
Die Industrial Digital Twin Association (IDTA) und der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) haben eine bedeutende gemeinsame Initiative gestartet. Ihr Ziel ist es, die branchenweite Einführung der Asset Administration Shell (AAS) voranzutreiben, einer grundlegenden Technologie für die digitale Zukunft der Fertigung.
Ein Aufruf zu branchenweiter Verpflichtung
Die Initiative hat einen starken Startblock gesichert, mit 75 Unternehmen aus der Elektro- und Digitalindustrie, die sich verpflichtet haben, die AAS innerhalb des nächsten Jahres in ihre Technologien zu integrieren. Die Organisatoren geben sich jedoch nicht damit zufrieden. Sie rufen aktiv weitere Unternehmen aus allen Industriezweigen dazu auf, sich dieser Absichtserklärung anzuschließen, und betonen, dass eine breite, branchenübergreifende Anstrengung für den Erfolg unerlässlich ist.
Die AAS: Die gemeinsame Sprache für industrielle Daten
ZVEI-Präsident Dr. Gunther Kegel hob die entscheidende Rolle der AAS hervor. „Sie schafft eine gemeinsame, globale Datensprache für alle Systeme und Anlagen“, erklärte er. Er erläuterte weiter, dass diese technische Grundlage unverzichtbar für die Entwicklung interoperabler industrieller Datenökosysteme ist und ein zentraler Enabler zur Ausschöpfung des vollen Potenzials von Industrial AI darstellt.

Aufbau einer resilienten Wertschöpfungskette mit standardisierten Daten
Christian Mosch, Geschäftsführer der IDTA, erläuterte die praktischen Vorteile. „Konsistent standardisierte Datenaustauschprozesse führen zu schnelleren Entscheidungen, höherer Effizienz und reduzierten Ausfallrisiken“, sagte er. Die Initiative zielt darauf ab, weitere Partner zu gewinnen, um gemeinsam eine widerstandsfähigere und vernetzte industrielle Wertschöpfungskette unter Verwendung der AAS als Kernstandard aufzubauen.
Wesentliche Vorteile der Asset Administration Shell für Unternehmen
1. Globale Interoperabilität: Die AAS etabliert eine einheitliche, maschinenlesbare Datensprache (standardisiert als IEC 63278). Dies ermöglicht einen automatischen, nahtlosen Datenaustausch zwischen Systemen und Partnern weltweit, reduziert Integrationskosten drastisch und vereinfacht die Vernetzung komplexer Lieferketten und Maschinen.
2. Grundlage für den Digitalen Zwilling: Die AAS dient als standardisierter Kern für einen digitalen Zwilling, indem sie alle Anlageninformationen – von technischen Spezifikationen bis zum Echtzeitstatus – in definierten Teilmodellen organisiert. Diese Struktur schafft Transparenz und ermöglicht Automatisierung in Planung, Produktion und Wartung, was Szenarien wie „Plug-and-Produce“ erleichtert.
3. Garantierte Datensouveränität & Sicherheit: Unternehmen behalten die volle Kontrolle über ihre Daten. Der AAS-Rahmen erlaubt eine präzise Verwaltung von Zugriffs- und Nutzungsrechten, schützt sensibles geistiges Eigentum und ermöglicht gleichzeitig eine sichere, transparente Zusammenarbeit mit Partnern.
4. Strategische Resilienz und Wettbewerbsvorteil: Als europäischer Standard mit globaler Relevanz ermöglicht die frühe Einführung der AAS Unternehmen, ihre Geschäftsprozesse zukunftssicher zu gestalten. Sie bietet eine souveräne technologische Grundlage mit hohen Sicherheitsstandards und verschafft einen greifbaren Wettbewerbsvorteil in einem unsicheren globalen Umfeld.
Einblick des Autors: Ein strategischer Schritt für industrielle Souveränität
Diese Initiative geht über reine technische Standardisierung hinaus. Sie stellt eine strategische, koalitionsbasierte Anstrengung dar, die europäische technologische Souveränität in Industrie 4.0 zu etablieren. Indem sie bedeutende Industrieakteure um die AAS vereinen, fördern IDTA und ZVEI nicht nur Effizienz, sondern gestalten die Architektur des globalen industriellen Datenaustauschs mit. Für Unternehmen bedeutet die Teilnahme an dieser Bewegung weniger die Einführung eines neuen Werkzeugs, sondern vielmehr die Sicherung eines Platzes am Tisch bei der Definition der zukünftigen Regeln für interoperable, resiliente und intelligente Fertigung.
Anwendungsszenario: Nahtlose Maschinenintegration
Stellen Sie sich einen Hersteller vor, der eine neue CNC-Maschine eines deutschen Lieferanten in eine Produktionslinie mit Robotern aus Japan und einem zentralen Steuerungssystem aus den USA integriert. Ohne die AAS erfordert dies wochenlange individuelle Softwarekonfiguration zur Datenübersetzung. Mit jeder Maschine, die mit einer standardisierten AAS ausgestattet ist, wird dies zu einem echten „Plug-and-Produce“-Ereignis. Das Steuerungssystem der Linie liest sofort die Fähigkeiten, Betriebsparameter und Wartungshistorie der Maschine aus ihrer AAS aus, ermöglicht automatische Konfiguration und Datenaustausch und verkürzt die Inbetriebnahmezeit von Wochen auf Stunden.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)
F1: Was ist die Asset Administration Shell (AAS)?
A: Die AAS ist ein standardisiertes, digitales Modell, das alle wesentlichen Informationen und Funktionen eines physischen Assets (wie einer Maschine oder Komponente) enthält. Sie fungiert als universeller „Datenpass“, der eine nahtlose Kommunikation zwischen verschiedenen Systemen und über Unternehmensgrenzen hinweg ermöglicht.
F2: Warum ist die IDTA/ZVEI-Initiative bedeutend?
A: Sie markiert einen koordinierten, groß angelegten Vorstoß, die AAS als de-facto Industriestandard zu etablieren. Die Verpflichtung von 75 großen Unternehmen zur Umsetzung schafft eine kritische Masse, fördert die breitere Akzeptanz und sichert die Tragfähigkeit und Unterstützung der Technologie.
F3: Ist die AAS nur für große Konzerne relevant?
A: Nein. Während große Unternehmen die Einführung vorantreiben, profitieren auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erheblich. Die AAS reduziert die Komplexität und Kosten der Integration mit den Systemen größerer Partner und hilft KMU, ihre Angebote für globale Lieferketten zukunftssicher zu machen.
F4: Wie steht die AAS im Zusammenhang mit einem Digitalen Zwilling?
A: Die AAS wird oft als der Kern, der standardisierte „Container“ oder die Grundlage für einen umfassenden Digitalen Zwilling beschrieben. Sie liefert die strukturierten Daten und Schnittstellen, die einen Zwilling interoperabel und in verschiedenen Anwendungen und Organisationen nutzbar machen.
F5: Was ist der erste Schritt für ein Unternehmen, das dieser Initiative beitreten möchte?
A: Unternehmen sollten sich an die IDTA oder den ZVEI wenden, um Interesse zu bekunden und Informationen zum Unterzeichnen der Absichtserklärung zu erhalten. Der nächste Schritt umfasst in der Regel den Zugang zu Implementierungsressourcen, Leitfäden und Community-Unterstützung, die von diesen Verbänden bereitgestellt werden.
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